A
- Adjuvante Therapie
- Behandlung einer Krebserkrankung nach einer Operation ohne das Vorhandensein von Metastasen. Diese Behandlungsform dient der Prophylaxe und Abtötung möglicher verbliebener Krebszellen im Körper.
- Alopezie
- Haarausfall, häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie. Das Haarwachstum setzt ein bis zwei Monate nach Therapieende wieder ein.
- Anämie
- Blutarmut; Mangel an roten Blutkörperchen oder Verminderung ihres Gehaltes an rotem Blutfarbstoff
B
- benigne
- gutartig; gutartige Tumoren überschreiten im Gegensatz zu bösartigen nicht die natürlichen Gewebegrenzen und bilden keine →Metastasen
C
- CEA
-
CEA ist ein Eiweiß, das normalerweise während der Schwangerschaft im Gewebe des ungeborenen Kindes gebildet wird. Nach der Geburt wird dieser Stoff hauptsächlich von Zellen der Darmschleimhaut, der Bauchspeicheldrüse und der Leber produziert. Krebserkrankungen oder Entzündungen dieser Organe führen zu einer Erhöhung des CEA-Wertes im Blut. Wie fast alle →Tumormarker (Krebsmarker) eignet sich der CEA-Wert in erster Linie für die Verlaufsbeurteilung einer Krebserkrankung und nicht zur Diagnose.
In welchen Fällen wird der CEA-Wert bestimmt?
CEA ist der Tumormarker erster Wahl, der zur Einschätzung von Dickdarmtumoren verwendet wird. Er dient ebenfalls zur Unterscheidung von Leberkrebs von Tochergeschwülsten in der Leber (Lebermetastasen). Allerdings gibt es auch noch andere Faktoren, die die CEA-Konzentration verändern können. Leberentzündung, alkoholisch bedingte Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Lungenentzündung, aber auch Rauchen kann zu erhöhten Werten führen.
Ist der beim Patienten gemessene Wert um das Achtfache des Referenzbereiches erhöht, so kann der Arzt von einer Krebserkrankung ausgehen.
- Chemotherapie
- Medikamentöse Behandlung einer Krebserkrankung mit sogenannten →Zytostatika
- Computertomographie (CT)
- Ist eine computergestützte Röntgenuntersuchung, bei der der menschliche Körper in Schichten dargestellt wird
D
E
- Einwilligungserklärung
- Die Einwilligungserklärung des Patienten ist für die Teilnahme bei allen Therapieverfahren zwingend erforderlich. Jeder Einwilligung geht eine ausführliche Patientenaufklärung voran, in welcher der Patient über die Vorteile und die möglichen Risiken der Therapie beraten wird.
- Endoskopie
- diagnostische Betrachtung (»Spiegelung«) von Körperhöhlen u. Hohlorganen mit einem Endoskop
- Endosonographie
- Endoskopie u. Ultraschalldiagnostik des oberen Magen-Darm-Traktes mit dem Ultraschallgastroskop (Seitenblickgastroskop; an seiner Spitze befindet sich eine rotierende Ultraschallsonde)
- Erythrozyten
- »Rote Blutkörperchen«; enthalten den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin); sie sind verantwortlich für den Sauerstofftransport im Organismus.
F
- First-Line-Therapie
- Erste Chemotherapie, die der Patient bei einer bestimmten Krebserkrankung erhält.
G
- Granulozyten
- die entsprechend. der Anfärbbarkeit ihrer Zellplasmakörnchen in neutrophile (über 90 %), eosinophile (2–4 %) u. basophile Granulozyten. (bis 1 %) unterteilt werden
- Grading
- Das Grading (englisch) als Ergebnis einer mikroskopischen Gewebeuntersuchung dokumentiert, wie stark sich die Tumorzellen von normalen Zellen unterscheiden. Unterschieden werden die vier Grade G1 bis G4. Je höher die Gradzahl ist, desto bösartiger ist der Tumor.
H
- Hämoglobin
- Der rote Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen (Erythrozyten); dient der Bindung und dem Transport von Sauerstoff.
- Histologie
- Wissenschaft von den Geweben des Körpers. Bei der histologischen Untersuchung werden feine Gewebescheiben zur Diagnosestellung unter dem Mikroskop untersucht
I
K
- Kernspintomographie
- (= MRT = Magnet-Resonanz-Therapie) ist ein computergestütztes bildgebendes Verfahren, das keine Röntgenstrahlung, sondern von außen angelegte starke Magnetfelder verwendet, um zwei- oder dreidimensionale Schichtbilder zu erzeugen.
- Klinische Studien
- Systematische Untersuchung am Menschen nach strengen medizinischen und ethischen Regeln mit dem Ziel, Erkenntnisse über diagnostische Verfahren oder Behandlungsmethoden zu gewinnen
- Kontraindikation
- Gegenanzeige; Umstand, der eine medizinische Maßnahme verbietet (absolute Kontraindikation) oder nur unter strenger Abwägung von Notwendigkeit und Risiko erlaubt (relative Kontraindikation).
L
- Laparoskopie
- →Endoskopie des Bauchraumes u. seiner Organe nach Anlegen eines kleinen Schnitts meist knapp links oberhalb des Nabels
- Leukozytopenie
- →Leukopenie
- Lokalrezidiv
- →Rezidiv eines Tumors am ursprünglichen Ort
- Lymphknoten
- kleine, bohnenförmige Organe, die in die Lymphgefäße eingeschaltet sind. Dort filtern sie Bakterien oder Tumorzellen heraus.
M
- maligne
- bösartig; bösartige Tumoren wachsen zerstörend in andere Gewebe ein und können →Metastasen bilden.
- MRT (Magnetresonanztherapie)
- →Kernspintomographie
N
- Nebenwirkungen
- Im Rahmen einer Chemotherapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Ursache ist die schädigende Wirkung der Therapie auf alle schnell proliferierenden (sich schnell teilenden) Zellen, z. B. Zellen des Knochenmarks, des Magen-Darm-Trakts und die Haarfollikelzellen. Symptome sind Blutbildveränderungen, Übelkeit, Erbrechen oder Haarausfall.
- neoadjuvante Chemotherapie
- Chemotherapie, die dazu dient durch Tumorverkleinerung Operationsfähigkeit herzustellen bzw. das Operationsergebnis zu verbessern. Wird auch angewandt bei Patienten, die aufgrund von Vorerkrankungen oder Größe des Tumors nicht sofort operiert werden können, zur Überbrückung der Zeit bis zur Operation.
- Neutrophile Granulozyten
- Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die als Fresszellen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen spielen.
- Neutropenie
- Verminderung der neutrophilen →Granulozyten im Blut, z. B. durch →Chemotherapie. Dadurch wird die Anfälligkeit für Infektionen erhöht.
O
P
- Palliative Therapie
- Krankheitsmildernde, jedoch nicht heilende Behandlung einer Krebserkrankung. Symptome sollen vermindert, Komplikationen verhütet und das Befinden des Patienten gebessert werden.
- Pankreas
- Bauchspeicheldrüse; produziert verschiedene Enzyme, die zur Verdauung notwendig sind sowie Hormone (z. B. Insulin)
- Pathologe
- Mediziner, der hauptsächlich mikroskopische Untersuchungen von Gewebsmaterial vornimmt, was für die Diagnosestellung von äußerster Wichtigkeit ist.
- Peritoneum
- Bauchfell; die Haut, die die Bauchhöhle und einen großen Teil der Bauch- und Beckenorgane auskleidet.
- Polychemotherapie
- Kombinationsbehandlung von Tumoren mit verschiedenen →Zytostatika mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (z. B. um die Elimination resistenter Zellen zu erreichen) und mit unterschiedlichen Nebenwirkungen (so dass die Dosierung jedes einzelnen Zytostatikums möglichst hoch sein kann)
- Portsystem
- Ein unter die Haut implantierter →Venenkatheter mit einer von außen zugänglichen Kammer. Zur intravenösen Verabreichung von Zytostatika oder für Blutabnahmen wird diese Kammer mit einer speziellen Nadel durch die Haut punktiert.
R
- Radiotherapie
- Behandlung einer Krebserkrankung mit besonders energiereichen Röntgenstrahlen als ergänzende Maßnahme vor oder nach einer Operation oder zur alleinigen Therapie.
- Randomisierung
- Auswahlverfahren zur zufälligen Verteilung der Patienten in verschiedene →Therapiearme. Die Randomisierung ist unerlässlich für eine gültige statistische Auswertung von Therapieverfahren.
- Remission
- Rückbildung eines bösartigen Tumors;
- Partielle Remission = teilweises Verschwinden oder Verkleinerung von Tumoren um mindestens 50 %
- komplette Remission = kein Tumor nachweisbar
- Minimal Response = Verkleinerung des Tumors um 25 %–50 %
- Resistenz
- Unempfindlichkeit gegenüber einer Behandlung; z. B. von Tumorzellen gegen eine Chemotherapie oder von Bakterien gegen Antibiotika.
- retroperitoneal
- Im →Retroperitoneum liegend
- Rezidiv
- Wiederauftreten eines bereits erfolgreich behandelten Tumors, entweder an der selben Stelle oder an einer anderen Stelle
S
- Second-Line-Therapie
- 2. Therapiemöglichkeit; Chemotherapie, die nachrangig angewendet wird, v. a. bei Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit einer →First-Line-Therapie
- Sonographie
- = »Ultraschall«; eine für den Patienten ungefährliche Untersuchungsmethode, bei der durch die Anwendung von Ultraschall ein- oder zweidimensionale Bilder erzeugt werden.
- Staging
- Das Staging (englisch) ist die Klassifikation oder Stadieneinteilung eines Tumors. Es umfasst sowohl die Größe und Ausdehnung des Tumors selbst, als auch die Beurteilung seiner eventuellen nahe gelegenen oder fernen →Metastasen. Das Staging dient dazu, die richtige Therapie auszuwählen und die Therapieergebnisse abzuschätzen, sowie die Überlebenschancen zu beurteilen.
- Standardtherapie
- anerkannte und üblicherweise angewandte Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit durch vorangegangene Therapiestudien und klinische Erfahrungen belegt ist
- supportiv
- unterstützende Maßnahmen im Rahmen einer Chemotherapie, die sich nicht direkt gegen den Tumor richten, z. B. Gabe von →Antiemetika, von →Wachstumsfaktoren), Infektionsprophylaxe, Schmerztherapie, hochkalorische Ernährung
- Szintigraphie
- Eine diagnostische Methode, bei der dem Patienten möglichst kurzlebige radioaktive Substanzen verabreicht werden, die sich in den zu untersuchenden Organen anreichern. Mit einer Kamera (Scanner) wird die Verteilung der Strahlung aufgenommen. Das Bild, das dabei entsteht, heißt Szintigramm
T
- Thrombopenie
- Verminderte Zahl der →Thrombozyten
- Thrombozytopenie
- →Thrombopenie
- Tumormarker
- Tumormarker sind im Blut vorkommende Substanzen, die auch von gesunden Zellen abgesondert werden, allerdings in geringeren Mengen. Fast alle Marker sind nicht »tumorspezifisch«, sie treten nicht nur bei einer Krebsart auf, sondern mit unterschiedlicher Genauigkeit bei anderen. Sie können daher als Test bei mehreren Krebsarten eingesetzt werden - je nach ihrer Aussagekraft als 1. oder 2. Wahl. Eine Erhöhung der Messwerte für Tumormarker kann häufig auch bei gutartigen Erkrankungen (Entzündungen), bei bestimmten Therapien oder durch andere Einflüsse (Ernährung) eintreten. So ist zum Beispiel der →CEA-Spiegel im Blut von Rauchern bis zum Fünffachen des Normalwertes erhöht. Die Absonderung von Markersubstanzen kann selbst bei Tumoren gleicher Art unterschiedlich hoch sein. Zur Messung ausreichende Mengen werden oft erst von größeren Tumoren abgesondert. Kleine Tumoren oder Mikrometastasen sind daher häufig nicht messbar. Selbst größere Tumormassen werden mitunter nicht angezeigt. Die Messergebnisse können je nach dem angewendeten Testverfahren von Labor zu Labor unterschiedlich ausfallen.
U
- Ultraschalluntersuchung
- →Sonographie
V
- Venenkatheter
- Kunststoffkatheter, der meist nach →Punktion einer Vene im Bereich der oberen Körperhälfte in das venöse Gefäßsystem eingeführt und in die Obere Hohlvene herznah vorgeschoben wird.
W
- Wachstumsfaktoren
- Wachstumsfaktoren sind körpereigene Botenstoffe (→Zytokine), die auf Zellen eine aktivierende Wirkung ausüben und sie zu Teilung und Vermehrung anregen. Die Gabe von Wachstumsfaktoren im Rahmen einer Chemotherapie zielt darauf ab, die Knochenmarkschädigung nach intensiven Chemotherapien zu mildern und die Erholung der Blutbildung zu beschleunigen.
Z
- Zytokine
- von vielen Zellarten gebildete Proteine, die das Verhalten oder die Eigenschaften anderer Zellen ändern (z. B. Interleukine oder →Wachstumsfaktoren
- Zytostatika
- Medikamente, die in erster Linie die bösartigen Zellen im gesamten Körper am Wachstum hemmen oder zerstören sollen. Zytostatika entfalten ihre Wirkung überwiegend im Zellkern, der Steuerzentrale der Zelle. Dort sollen sie den natürlichen Zelltod der Tumorzellen auslösen. Zytostatika werden entweder synthetisch hergestellt oder sind Abkömmlinge von in der Natur vorkommenden Zellgiften.