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Glossar

Patientenglossar.
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A

Abdomen
Bauch; der Rumpfabschnitt zwischen Brustkorb u. Becken
Adenokarzinom
aus Drüsengewebe entstandene Krebszellen
Adjuvante Therapie
Behandlung einer Krebserkrankung nach einer Operation ohne das Vorhandensein von Metastasen. Diese Behandlungsform dient der Prophylaxe und Abtötung möglicher verbliebener Krebszellen im Körper.
Alopezie
Haarausfall, häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie. Das Haarwachstum setzt ein bis zwei Monate nach Therapieende wieder ein.
Anamnese
Krankheitsvorgeschichte
Anämie
Blutarmut; Mangel an roten Blutkörperchen oder Verminderung ihres Gehaltes an rotem Blutfarbstoff
Antiemetika
Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen
Aszites
Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle

B

Behandlungsarm
Ein Arm einer Studie mit vorgeschriebenem Behandlungsschema
benigne
gutartig; gutartige Tumoren überschreiten im Gegensatz zu bösartigen nicht die natürlichen Gewebegrenzen und bilden keine →Metastasen
Beobachtungsarm
Verzicht auf eine aktive Therapie; dafür engmaschige Verlaufskontrollen
Biopsie
Entnahme einer Gewebsprobe zum Zweck der mikroskopischen Untersuchung

C

CEA

CEA ist ein Eiweiß, das normalerweise während der Schwangerschaft im Gewebe des ungeborenen Kindes gebildet wird. Nach der Geburt wird dieser Stoff hauptsächlich von Zellen der Darmschleimhaut, der Bauchspeicheldrüse und der Leber produziert. Krebserkrankungen oder Entzündungen dieser Organe führen zu einer Erhöhung des CEA-Wertes im Blut. Wie fast alle →Tumormarker (Krebsmarker) eignet sich der CEA-Wert in erster Linie für die Verlaufsbeurteilung einer Krebserkrankung und nicht zur Diagnose.

In welchen Fällen wird der CEA-Wert bestimmt?

CEA ist der Tumormarker erster Wahl, der zur Einschätzung von Dickdarmtumoren verwendet wird. Er dient ebenfalls zur Unterscheidung von Leberkrebs von Tochergeschwülsten in der Leber (Lebermetastasen). Allerdings gibt es auch noch andere Faktoren, die die CEA-Konzentration verändern können. Leberentzündung, alkoholisch bedingte Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Lungenentzündung, aber auch Rauchen kann zu erhöhten Werten führen.

Ist der beim Patienten gemessene Wert um das Achtfache des Referenzbereiches erhöht, so kann der Arzt von einer Krebserkrankung ausgehen.

Chemotherapie
Medikamentöse Behandlung einer Krebserkrankung mit sogenannten →Zytostatika
Computertomographie (CT)
Ist eine computergestützte Röntgenuntersuchung, bei der der menschliche Körper in Schichten dargestellt wird

D

Diarrhoe
Durchfall
Duodenum
Zwölffingerdarm

E

Einschlussrate
Anzahl der Patienten, die an einer Studie teilnehmen
Einwilligungserklärung
Die Einwilligungserklärung des Patienten ist für die Teilnahme bei allen Therapieverfahren zwingend erforderlich. Jeder Einwilligung geht eine ausführliche Patientenaufklärung voran, in welcher der Patient über die Vorteile und die möglichen Risiken der Therapie beraten wird.
Endokrinologie
Lehre von der Funktion der Hormondrüsen und der Hormone.
Endoskopie
diagnostische Betrachtung (»Spiegelung«) von Körperhöhlen u. Hohlorganen mit einem Endoskop
Endosonographie
Endoskopie u. Ultraschalldiagnostik des oberen Magen-Darm-Traktes mit dem Ultraschallgastroskop (Seitenblickgastroskop; an seiner Spitze befindet sich eine rotierende Ultraschallsonde)
Erythrozyten
»Rote Blutkörperchen«; enthalten den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin); sie sind verantwortlich für den Sauerstofftransport im Organismus.

F

First-Line-Therapie
Erste Chemotherapie, die der Patient bei einer bestimmten Krebserkrankung erhält.

G

Granulozyten
die entsprechend. der Anfärbbarkeit ihrer Zellplasmakörnchen in neutrophile (über 90 %), eosinophile (2–4 %) u. basophile Granulozyten. (bis 1 %) unterteilt werden
Grading
Das Grading (englisch) als Ergebnis einer mikroskopischen Gewebeuntersuchung dokumentiert, wie stark sich die Tumorzellen von normalen Zellen unterscheiden. Unterschieden werden die vier Grade G1 bis G4. Je höher die Gradzahl ist, desto bösartiger ist der Tumor.

H

Hämoglobin
Der rote Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen (Erythrozyten); dient der Bindung und dem Transport von Sauerstoff.
Histologie
Wissenschaft von den Geweben des Körpers. Bei der histologischen Untersuchung werden feine Gewebescheiben zur Diagnosestellung unter dem Mikroskop untersucht

I

Indikation
Grund, eine medizinische Maßnahme zu ergreifen
Intravenöse Injektion
Verabreichen eines Medikaments in eine Vene

K

Karzinom
Krebsgeschwulst, bösartiger (maligner) Tumor, der gesundes Gewebe im Körper zerstört.
Kernspintomographie
(= MRT = Magnet-Resonanz-Therapie) ist ein computergestütztes bildgebendes Verfahren, das keine Röntgenstrahlung, sondern von außen angelegte starke Magnetfelder verwendet, um zwei- oder dreidimensionale Schichtbilder zu erzeugen.
Klinische Studien
Systematische Untersuchung am Menschen nach strengen medizinischen und ethischen Regeln mit dem Ziel, Erkenntnisse über diagnostische Verfahren oder Behandlungsmethoden zu gewinnen
Kontraindikation
Gegenanzeige; Umstand, der eine medizinische Maßnahme verbietet (absolute Kontraindikation) oder nur unter strenger Abwägung von Notwendigkeit und Risiko erlaubt (relative Kontraindikation).

L

Laparoskopie
→Endoskopie des Bauchraumes u. seiner Organe nach Anlegen eines kleinen Schnitts meist knapp links oberhalb des Nabels
Leukopenie
Mangel an weißen Blutkörperchen im Blut; z. B. als Nebenwirkung einer Chemotherapie
Leukozyten
»Weiße Blutkörperchen«; ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr von Krankheitserregern.
Leukozytopenie
→Leukopenie
Lokalrezidiv
→Rezidiv eines Tumors am ursprünglichen Ort
Lymphknoten
kleine, bohnenförmige Organe, die in die Lymphgefäße eingeschaltet sind. Dort filtern sie Bakterien oder Tumorzellen heraus.

M

maligne
bösartig; bösartige Tumoren wachsen zerstörend in andere Gewebe ein und können →Metastasen bilden.
Metastase
bösartige Tochtergeschwulst des zuerst entstandenen Tumors an anderer Stelle im Körper.
MRT (Magnetresonanztherapie)
→Kernspintomographie

N

Nausea
Übelkeit
Nebenwirkungen
Im Rahmen einer Chemotherapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Ursache ist die schädigende Wirkung der Therapie auf alle schnell proliferierenden (sich schnell teilenden) Zellen, z. B. Zellen des Knochenmarks, des Magen-Darm-Trakts und die Haarfollikelzellen. Symptome sind Blutbildveränderungen, Übelkeit, Erbrechen oder Haarausfall.
neoadjuvante Chemotherapie
Chemotherapie, die dazu dient durch Tumorverkleinerung Operationsfähigkeit herzustellen bzw. das Operationsergebnis zu verbessern. Wird auch angewandt bei Patienten, die aufgrund von Vorerkrankungen oder Größe des Tumors nicht sofort operiert werden können, zur Überbrückung der Zeit bis zur Operation.
Neoplasma
(= Neoplasie); Gewebeneubildung, häufig bösartig
Neurotoxizität
Schädigende Wirkung giftiger Stoffe auf die Nerven
Neutrophile Granulozyten
Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die als Fresszellen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen spielen.
Neutropenie
Verminderung der neutrophilen →Granulozyten im Blut, z. B. durch →Chemotherapie. Dadurch wird die Anfälligkeit für Infektionen erhöht.

O

Onkologie
Wissenschaft von der Entstehung und Behandlung von Krebserkrankungen
Obstipation
Stuhlverstopfung
Ösophagus
Speiseröhre

P

Palliative Therapie
Krankheitsmildernde, jedoch nicht heilende Behandlung einer Krebserkrankung. Symptome sollen vermindert, Komplikationen verhütet und das Befinden des Patienten gebessert werden.
Pankreas
Bauchspeicheldrüse; produziert verschiedene Enzyme, die zur Verdauung notwendig sind sowie Hormone (z. B. Insulin)
Pankreatektomie
Operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse
Parästhesie
Subjektive Missempfindung, z. B. Kribbeln oder taubes, schmerzhaft brennendes Gefühl
Pathologe
Mediziner, der hauptsächlich mikroskopische Untersuchungen von Gewebsmaterial vornimmt, was für die Diagnosestellung von äußerster Wichtigkeit ist.
pathologisch
krankhaft
Peritoneum
Bauchfell; die Haut, die die Bauchhöhle und einen großen Teil der Bauch- und Beckenorgane auskleidet.
Polychemotherapie
Kombinationsbehandlung von Tumoren mit verschiedenen →Zytostatika mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (z. B. um die Elimination resistenter Zellen zu erreichen) und mit unterschiedlichen Nebenwirkungen (so dass die Dosierung jedes einzelnen Zytostatikums möglichst hoch sein kann)
Portsystem
Ein unter die Haut implantierter →Venenkatheter mit einer von außen zugänglichen Kammer. Zur intravenösen Verabreichung von Zytostatika oder für Blutabnahmen wird diese Kammer mit einer speziellen Nadel durch die Haut punktiert.
Primärtumor
Bezeichnung für den zuerst entstandenen Tumor.
Probeexzision
operative Gewebeentnahme für diagnostische Zwecke
progredient
fortschreitend
Progression
das Fortschreiten der Erkrankung
Proliferation
Vermehrung von Zellen oder Gewebe durch Wucherung oder Sprossung
Prüfarzt
Arzt, der klinische Studien betreut
Punktion
Gewinnung von Flüssigkeit oder Zellen zu Untersuchungszwecken durch Einstechen einer Kanüle

R

Radiotherapie
Behandlung einer Krebserkrankung mit besonders energiereichen Röntgenstrahlen als ergänzende Maßnahme vor oder nach einer Operation oder zur alleinigen Therapie.
Randomisierung
Auswahlverfahren zur zufälligen Verteilung der Patienten in verschiedene →Therapiearme. Die Randomisierung ist unerlässlich für eine gültige statistische Auswertung von Therapieverfahren.
Remission
Rückbildung eines bösartigen Tumors;
  • Partielle Remission = teilweises Verschwinden oder Verkleinerung von Tumoren um mindestens 50 %
  • komplette Remission = kein Tumor nachweisbar
  • Minimal Response = Verkleinerung des Tumors um 25 %–50 %
Resektion
Operative Entfernung von (kranken) Organteilen
Resistenz
Unempfindlichkeit gegenüber einer Behandlung; z. B. von Tumorzellen gegen eine Chemotherapie oder von Bakterien gegen Antibiotika.
retroperitoneal
Im →Retroperitoneum liegend
Retroperitoneum
Hinter der Bauchhöhle gelegener Raum, der nicht von Bauchfell auskleidet ist
Rezidiv
Wiederauftreten eines bereits erfolgreich behandelten Tumors, entweder an der selben Stelle oder an einer anderen Stelle

S

Second-Line-Therapie
2. Therapiemöglichkeit; Chemotherapie, die nachrangig angewendet wird, v. a. bei Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit einer →First-Line-Therapie
Sonographie
= »Ultraschall«; eine für den Patienten ungefährliche Untersuchungsmethode, bei der durch die Anwendung von Ultraschall ein- oder zweidimensionale Bilder erzeugt werden.
Staging
Das Staging (englisch) ist die Klassifikation oder Stadieneinteilung eines Tumors. Es umfasst sowohl die Größe und Ausdehnung des Tumors selbst, als auch die Beurteilung seiner eventuellen nahe gelegenen oder fernen →Metastasen. Das Staging dient dazu, die richtige Therapie auszuwählen und die Therapieergebnisse abzuschätzen, sowie die Überlebenschancen zu beurteilen.
Standardtherapie
anerkannte und üblicherweise angewandte Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit durch vorangegangene Therapiestudien und klinische Erfahrungen belegt ist
supportiv
unterstützende Maßnahmen im Rahmen einer Chemotherapie, die sich nicht direkt gegen den Tumor richten, z. B. Gabe von →Antiemetika, von →Wachstumsfaktoren), Infektionsprophylaxe, Schmerztherapie, hochkalorische Ernährung
Szintigraphie
Eine diagnostische Methode, bei der dem Patienten möglichst kurzlebige radioaktive Substanzen verabreicht werden, die sich in den zu untersuchenden Organen anreichern. Mit einer Kamera (Scanner) wird die Verteilung der Strahlung aufgenommen. Das Bild, das dabei entsteht, heißt Szintigramm

T

Therapiearm
Ein mögliches Behandlungsschema bei randomisierten Studien
Thrombopenie
Verminderte Zahl der →Thrombozyten
Thrombozyten
»Blutplättchen«; erfüllen eine wichtige Funktion bei der Blutgerinnung
Thrombozytopenie
→Thrombopenie
Toxizität
Giftigkeit, Giftgehalt einer Substanz (auch Therapienebenwirkung)
Transfusion
Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen
Tumormarker
Tumormarker sind im Blut vorkommende Substanzen, die auch von gesunden Zellen abgesondert werden, allerdings in geringeren Mengen. Fast alle Marker sind nicht »tumorspezifisch«, sie treten nicht nur bei einer Krebsart auf, sondern mit unterschiedlicher Genauigkeit bei anderen. Sie können daher als Test bei mehreren Krebsarten eingesetzt werden - je nach ihrer Aussagekraft als 1. oder 2. Wahl. Eine Erhöhung der Messwerte für Tumormarker kann häufig auch bei gutartigen Erkrankungen (Entzündungen), bei bestimmten Therapien oder durch andere Einflüsse (Ernährung) eintreten. So ist zum Beispiel der CEA-Spiegel im Blut von Rauchern bis zum Fünffachen des Normalwertes erhöht. Die Absonderung von Markersubstanzen kann selbst bei Tumoren gleicher Art unterschiedlich hoch sein. Zur Messung ausreichende Mengen werden oft erst von größeren Tumoren abgesondert. Kleine Tumoren oder Mikrometastasen sind daher häufig nicht messbar. Selbst größere Tumormassen werden mitunter nicht angezeigt. Die Messergebnisse können je nach dem angewendeten Testverfahren von Labor zu Labor unterschiedlich ausfallen.

U

Ultraschalluntersuchung
→Sonographie

V

Venenkatheter
Kunststoffkatheter, der meist nach →Punktion einer Vene im Bereich der oberen Körperhälfte in das venöse Gefäßsystem eingeführt und in die Obere Hohlvene herznah vorgeschoben wird.

W

Wachstumsfaktoren
Wachstumsfaktoren sind körpereigene Botenstoffe (→Zytokine), die auf Zellen eine aktivierende Wirkung ausüben und sie zu Teilung und Vermehrung anregen. Die Gabe von Wachstumsfaktoren im Rahmen einer Chemotherapie zielt darauf ab, die Knochenmarkschädigung nach intensiven Chemotherapien zu mildern und die Erholung der Blutbildung zu beschleunigen.

Z

Zytokine
von vielen Zellarten gebildete Proteine, die das Verhalten oder die Eigenschaften anderer Zellen ändern (z. B. Interleukine oder →Wachstumsfaktoren
Zytologie
die Wissenschaft und Lehre vom Bau und von den Funktionen der Zelle
Zytostatika
Medikamente, die in erster Linie die bösartigen Zellen im gesamten Körper am Wachstum hemmen oder zerstören sollen. Zytostatika entfalten ihre Wirkung überwiegend im Zellkern, der Steuerzentrale der Zelle. Dort sollen sie den natürlichen Zelltod der Tumorzellen auslösen. Zytostatika werden entweder synthetisch hergestellt oder sind Abkömmlinge von in der Natur vorkommenden Zellgiften.